Teufelsblick Kapitel 21 :)

Und weiter geht es mit einem weiteren, hoffentlich spannenden Kapitel von Teufelsblick 🙂
Es folgen bald auch wieder „normale“ artikel 🙂 Keine Sorge …

Kapitel 21

Um eine Idee zu bekommen, wohin ich müsste, wäre es eine gute Idee gewesen, überhaupt erst einmal zurückzudenken, an den Tag, an den ich den Mann das erste Mal sah. Es war schon so lange her, aber es war wichtig sich zu erinnern. Doch die Zeit rannte nur so davon, ich musste mich beeilen. Es war draußen gewesen. Damals, an der Schaukel, im alten Garten. War er noch da? Ich hoffte es nur zu sehr. Noch ein letztes Mal schaute ich zu mir selbst und Ryuuji. „Keine Panik. Ich werde gleich wieder gesund sein, ich verspreche es dir“ dann ging ich durch die Tür, ohne die Klinke zu betätigen, denn ich war ja bloß reine Luft. Ich ging den alten Flur entlang, er war leer. War denn grade niemand da? Daraufhin bog ich rechts ab und ging eine auch schon uralte Holztreppe hinab. Ich zählte die Stufen leise vor mich hin, obwohl ich sie genauso gut schreien könnte, denn mich konnte sowieso niemand in dem Zustand, in dem ich mich befand, hören. Doch das Beunruhigende war, dass es  so still war, zu still. Nirgends sah ich Kinder oder Erzieher. Es war totenstill und genau diese Totenstille jagte mir fürchterliche Angst ein. Nur um sicher zu gehen, ging ich noch einmal jeden einzelnen Raum im Erdgeschoss ab. Angefangen mit dem Kunstraum bis hin zum Speisesaal. Keine Spur. Kein Anzeichen auf Leben. Bis ich dann schließlich ein leises Winseln vernahm. Ich horchte, doch ich konnte nicht genau sagen, woher es kam. Ich schloss also meine Augen und horchte erneut, um meinen Gehörsinn zu verstärken. Neben dem Winseln war aber noch ein Geräusch, eine andere Person, sie schimpfte. Oh nein… Hier hatte sich einfach nichts geändert. Dieser Gedanke ließ mich vor Wut kochen. Ich ballte meine Fäuste zusammen und schwor mir, dass egal woher diese Geräusche kamen und egal wer diese miesen Strafen verrichtete, ich würde diesen Jemand finden und ihm selbst zum Opfer machen. Allerdings müsste ich zuerst wissen woher das Jammern  kam. Ich war doch eigentlich schon in jedem Raum gewesen, oder nicht? Noch einmal klapperte ich alle Räume ab, diesmal aber genauer. Ich fing diesmal mit dem Speisesaal an, doch hier fand ich niemanden zwischen all den Tischen und Stühlen. Anschließend ging ich durch die hintere Türe  des Speisesaals, hier befand sich die Küche, allerdings fand ich hier auch nichts Weiteres als Töpfe, Pfannen und ganz viele leere Konservendosen von unterschiedlichen Suppen. „Was ein Dreck!“, fluchte ich „kein Wunder, dass das Essen nie schmeckte!“  Ich lief zurück in die Eingangshalle des Heims. War denn jetzt noch jemand zu hören? Ich lauschte. Nein. Es hatte aufgehört. Trotzdem war ich der tiefsten Überzeugung, dass ich weiter suchen musste. Der nächste Raum war ein kleiner Lagerraum, in dem Spielsachen gelagert wurden, die nur draußen verwendet werden durften. Ich hatte nie mit diesen Sachen gespielt, denn es war fast unmöglich von den Erziehern eine Erlaubnis zu bekommen.  Aber auch hier im Lagerraum, gab es kein Anzeichen auf ein Menschenleben.
Nach dem Lagerraum folgte der Spielraum, hier wurde meist mit Bauklötzchen oder Autos gespielt und auch in diesem Moment lagen welche da. Wir hatten uns damals, durch zurückgelassenes Spielzeug, meist einige Backpfeifen verdient. Die Erzieher hassten es uns hinterher zu räumen. Verständlich, aber auf diese Weise uns unser Verhalten auszutreiben, war ja auch nicht gerade der Hammer. Es lag bloß Spielzeug da, sonst war niemand zu sehen.
Frustriert verließ ich auch diesen Raum. „Ein letzter Versuch“, schnaubte ich „der Kunstraum“.
„Vergiss es einfach, Yuki!“, eine Stimme, die mir mittlerweile vertraut war, fuhr mich an.
Erschrocken drehte ich mich um und sah erstaunt in das Gesicht eines Mädchens mit schönem, langen, blondem Haar und so schön schimmernden braunen Augen. Ihre Stupsnase gab dem wundervollen Gesicht noch den letzten Schliff.
„D-Du k-kannst mi-mi-mich sehen?“, fragte ich ängstlich aber auch zögernd.
„Ja“, lachte sie „ich kann di-di-dich sehen.“ Sie äffte mich nach und hatte scheinbar großen Spaß dabei gehabt.
„Wer bist du?“
Sie verdrehte die Augen, als ob die Frage unnötig gewesen wäre, dabei wusste ich wirklich nicht wer sie war.
„Sag schon, wer bist du? Bist du die Stimme die immerzu mit mir redet?“
„Bingo!“, strahlte sie „100 Gummipunkte.“
Das erklärte es auch, wieso ich sie sehen konnte, denn wir beide waren bloß Transparente.
„Nun…“, ich überlegte „..Wieso magst du mir, deinen Namen nicht verraten?“
Sie zuckte mit den Schultern „Weil es Spaß macht.“
Ich erkannte deutlich ihr fettes Grinsen, es machte ihr tatsächlich Spaß. „Und wieso sollte ich nun meine Mission beenden?“
„Wieso denn nicht? Ich meine, das geht dich doch eh nichts an. Lass das Kind schmoren, wir mussten es damals ja auch.“
Ich schüttelte heftig den Kopf „Wie kannst du nur so was sagen? Gerade weil wir – Moment! – du warst also auch im Heim?“
„Natürlich! Wer war das denn nicht? Fast alle Kinder aus dieser Stadt wurden hier her gezogen, weil die Eltern Angst hatten…“
„Vor was?“
Sie schien, als hätte sie etwas zu verheimlichen „Na vor allem möglichen halt.“
„Du lügst doch“, flüsterte ich.
„Was?“, sie hatte mich nicht verstanden „Kannst du das bitte wiederholen?“
„DU LÜGST DOCH!“, schrie ich sie an.
„Wieso sollte ich lügen?“, fragte sie völlig unschuldig.
„Ich merk das doch…“
Ein Schrei unterbrach unsere Diskussion. „Was ist hier nur los?!“, rief ich fassungslos.
„Yuki, nicht…“, sie wollte mich noch festhalten, doch ich entriss mich ihrem Griff und lief in Richtung Kunstraum. Hier war einfach niemand. Egal wie oft ich mich hinkniete und nachsah, ob jemand unter den Tischen kauerte, es würde sich nichts ändern.
Wutentbrannt rannte ich aus dem Kunstraum hinaus, sah nur noch einen einzigen Raum vor meinen Augen. Das Direktorenzimmer.
Ich huschte durch die Tür und sah mir ein Desaster an. Das Zimmer war völlig demoliert, überall lagen zerbrochene Blumentöpfe, Bilderrahmen, zerstörte Regale, ein demolierter Stuhl. Nur ein Möbelstück stand noch ganz in seinem alten Zustand dort. Der Schreibtisch der alten Miss Governy. Ich wollte schon immer in ihren Akten rumwühlen. Wollte wissen was eigentlich dort vor sich ging und genau das war nun meine Chance.
„Yuki! Lass es, bitte…“, das Mädchen stand plötzlich hinter mir, legte ihre Hand auf meine Schulter und flehte mich eindringlich an „Lass die Pfoten von ihren Sachen… sie hat uns doch schon genug Unheil gebracht.“
Ich wollte nicht auf sie hören, ich wollte endlich grausame Geheimnisse lüften.
Ich öffnete die Schublade des Schreibtisches, allein mit der Kraft meiner Gedanken und zückte einen Ordner hinaus. Volltreffer. Auf dem Ordner stand „Yuki Sakai“. Dies war meine Akte. „Nun wollen wir mal sehen, was du so über mich dämliches geschrieben hast, Miss Governy!“, ich grinste die Mappe an und öffnete sie schließlich.

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4 Gedanken zu “Teufelsblick Kapitel 21 :)

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