Meine Rechte.

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Heute mal ein wenig ernster, denn ich möchte mit euch meine derzeit dezent miese Situation teilen.
Doch vorher mal ein wenig Kontext:

Wie die ein oder anderen wissen, geh ich derzeit auf eine Gesamtschule, ich verstehe mich eigentlich recht gut mit meinen Mitschülern und Lehrern, es ist nicht so dass ich sie nicht ausstehen kann oder sie mich, es ist nur so dass ich mich hier und da mal nicht so wohlfühle, wie ich es gerne hätte. 
Natürlich gibt es Ausnahmen, nicht nur bei den Mitschülern, sondern auch bei den Lehrern – und gerade das bereitet mir große Sorgen und meiner Mama sowieso, da sie sieht wie ich mich Tag für Tag auf’s Neue aufrappeln muss um mich in die Schule zu quälen. 

Angefangen hat das vor rund einem Jahr, da hatte ich meine Biolehrerin, ich nenne sie hier mal Frau B., zum ersten Mal im Unterricht, damals war es noch Chemie und schon bald merkte ich „Die mag mich nicht“ 
Selbstverständlich gibt es viele Schüler die ihren Eltern das so verklickern wollen, sobald diese schlechte Noten nach Hause bringen. Doch ich meine das wirklich ernst und will mich auch nicht für minderwertige Leistungen ausreden…

Ein 3/4 Schuljahr verging, ich hielt meine Klappe gegenüber der Lehrerin, versuchte alles, damit ich mir ein wenig Sympathie verschaffen konnte. 
Nichts passierte, denn weiterhin drückte sie mir Noten rein, die ich mir bis heute hin nicht erklären kann. 

Also versuchte ich es auf einen anderen Weg, ich ging zum Abteilungs/Stufenleiter, dieser wiederrum wollte mir erst nicht glauben, da meine Noten wirklich überall gut waren – nur in diesem Fach nicht. 
„Ich versteh nicht, wie man so ein liebes Mädchen wie dich nicht mögen kann“ hieß es von dessen Seite. 
Dennoch redete er mit ihr über meine Situation (natürlich anonym), doch es schien sich nichts zu ändern.
Jedes verdammte Mal als ich mich im Unterricht meldete und etwas qualitatives zum Unterricht beitrug, wurde weiterhin versucht alles mögliche daraus zu ziehen und schlechtzureden. 
Ich hatte irgendwann keinen Mut mehr mich zu melden, doch das machte nichts….das Schuljahr war eh vorbei. 

Dieses Jahr stande dann Bio und nicht Chemie aufm Plan. 
Bisher ist nicht mal ein Quartal gelaufen (oke nächste Woche!) und ich fühl mich so elend wie noch nie. 
Warum fragt ihr euch? 
Das Schuljahr beging recht komisch. 
Die erste Stunde Biologie mit Frau B. war eine „Grüne Stunde“ also eine Stunde, die draußen in der freien Natur stattfand. 
Wir schauten uns Lowenzähne an und ich kam mir ein wenig lächerlich vor, denn jedes Mal kam Frau B auf mich zu und fragte mich etwas, was sie an sich nicht wirklich was anging. 
So kam es dazu, dass sie mich fragte, welche ich Schuhgröße denn tragen würde und ob ich Sport treiben würde. 
Ich antwortete ehrlich und fragte mich innerlich immer mehr, wofür sie das alles wissen wolle, aber aussprechen wollte ich dies nicht. 

Die weiteren Stunden wurden aber immer skurriler, oft nach den Unterrichtsstunden kam sie zu mir fragte mich etwas… Ihre letzte Frage eine Woche vor der Klassenarbeit war dann folgende: „Sag mal, Deutsch ist aber nicht deine Muttersprache oder?“ und da wurde mir ganz schön übel, getoppt wurde der ganze Spaß dann aber durch „Das merkt man dir nämlich an, dass du Deutsch nicht als Erstsprache hast, da dein Deutsch …nun wie soll ich sagen…. nicht sonderlich gut ist.“ 
Meinte sie das wirklich ernst? Hatte sie gerade versucht mir beizubringen, dass ich kein Deutsch könne und es besser wäre ich würde in Russland aufwachsen?!
Ich wartete drauf ab, dass sie im nächsten Moment „Spaß!“ oder sowas rufen würde, aber selbst wenn es Spaß gewesen wäre, so etwas diskriminierendes hatte ich noch nie von einem Lehrer gehört…
Ist ja nicht so, dass Deutsch eines meiner besten Fächer ist … aber gut, dann ist mein Deutsch halt grottig.

Der Spaß in der Klassenarbeit ging dann auch schon los, als Frau B. mich erst einmal konsequent ignorierte, als ich mich gemeldet hatte um nach etwas zu fragen (weiß nicht mehr was das war…) 
Eine Woche nach der Klassenarbeit kam Frau B. erneut nach der Unterrichtsstunde auf mich zu und sagte ganz selbstverständlich „Wo ist denn dein Attest? Du hattest ja die Arbeit nicht mit geschrieben.“ Ich brach schon fast in Tränen aus, denn das konnte sie wirklich nicht so meinen, ich meine, ich hatte mitgeschrieben, meine Arbeit sogar noch bei ihr abgegeben … 

Es stellte sich heraus, dass sie meine Arbeit verschlampt hatte, ich weiß nicht wie sie diese wiedergefunden hatte, aber sie hatte sie wieder gefunden und schon am Donnerstag letzter Woche gab es diese zurück. Note? 4. 
Beurteilung? Unverständlich.
Meine Reaktion? Wut. Hass. 

Doch was ich dann am folgenden Tag gemacht habe, war vermutlich die mutigste Entscheidung gegenüber eines Lehrers die ich je getroffen hatte. 
Ich suchte mir eine andere Bio-Lehrerin (Frau K.) an der Schule, bat sie darum meine Klassenarbeit einmal durchzugehen mit denselben Kriterien wie aus dem offiziellen Beurteilungsbogen. 
Sie war einverstanden, sagte mir ich solle am 28.10. noch einmal vorbeischneien…und das hab ich am Mittwoch vor. 
Allerdings trafen wir (ein Mitschülerin hilft mir bei der ganzen Aktion) noch härtere Konsequenzen, wir gingen heute in der ersten großen Pause zum Abteilungsleiter, ich erklärte ihm mein Problem, dieser war völlig aufgebracht und schrieb sofort eine Mail an 2 weitere Biolehrer. 
Für die Mittagspause wurde ein „Meeting“ bezüglich meines Problemes ausgemacht: 
Es wurde ausgesagt, dass jetzt erstmal eine Schülerin aus der Oberstufe meine Arbeit durchgehen darf und selbst bepunkten darf, daraufhin geht diese Arbeit an Frau K am Mittwoch und wenn das alles nicht klappt (wegen Zeitmangel ec), geht das ganze an die Bezirksregierung in Düsseldorf, denn ich habe ein gutes recht auf faire Noten! 

Und somit war es dann auch schon mit dem ganzen Theater…
hoffe man konnte da einigermaßen durchblicken 🙂 

Ich wünsche euch einen schönen Restmontag!
Eure Elfi.
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